Expertenwissen: Hausbautechnik - Die Grundlagen

Begriffserklärungen

+++ Abbindezeit +++ Abseitenwände +++ Anschlussfahne +++ Arbeitsfuge +++ Armierung +++ bauseitig +++ Bewehrung +++ Brustblech +++ Dampfbremse +++ Dampfsperre +++ Drainage +++ EPS-Dämmung +++ Estrich +++ Estrich auf Trennlage +++ Estrich, schwimmender +++ Fertigfußboden +++ First +++ Fundamenterder +++ Gasbeton +++ Gewerk +++ Grat +++ Hebeanlage +++ Hohlkehle +++ Hydraulischer Abgleich +++ kapillarbrechend +++ Kehle +++ Kehlbalken +++ Kehlblech +++ Kellersohle +++ Kernholz +++ Kniestock +++ Kniestockhöhe +++ Konterlattung +++ Lastomentverfahren +++ Mansardwand +++ Meterriss +++ Mörtelbett +++ OKFF +++ Ortgang +++ Ortgangblech +++ Pfetten +++ Potentialausgleichsschiene +++ Porenziegel +++ Revisionsschacht +++ Ringanker +++ Ringdrainage +++ Rohfußboden +++ Rohmaß +++ Rückstauebene +++ Sauberkeitsschicht +++ Schalung, Nut und Feder +++ Schalung, überlukte +++ Schnurgerüst +++ Sparren +++ Streifenfundamente +++ Tiefe, frostsichere +++ Traufe +++ Traufhöhe +++ Traufblech +++ Trempelwand +++ Tropfwassernut +++ Verbundestrich +++ VOB – Verdingungsordnung für Bauleistungen +++ Wanne, wasserdichte +++ XPS-Dämmung +++ Ytong +++


Abbindezeit: Zeit, die ein eingebauter Baustoff benötigt um den Aggregatszustand „flüssig“ in „fest“ zu wechseln.

Abseitenwände: Die in Längsrichtung verlaufenden Innenwände im Dachgeschoss im Bereich von Dachschrägen. Ihr Abstand von der Außenwand, abhängig von Kniestock und Dachneigung, bestimmt die nutzbare Höhe

Anschlussfahne: Die Anschlussfahne ist die Verbindung an den Fundamenterder im Inneren des Gebäudes. Sie wird ca. 30 cm oberhalb des Kellerbodens aus der Wand und mindestens 1,5m frei herausgeführt.

Arbeitsfuge: Fuge, die absichtlich eingebaut wird, um Materialspannungen zu verhindern bzw. auszugleichen.

Armierung: siehe Bewehrung

bauseitig: vom Bauherrn/Auftraggeber selbst zu veranlassen

Bewehrung: eine Einlage aus i. d. R. Stahl, die das Bauteil vor Durchbiegen bzw. Rissbildung schützt.

Brustblech: Vom Spengler hergestellte Verbindung der Dachfläche mit einem aufsteigenden (aus der Dachfläche ragenden) Bauteil (z.B. Wand, Kamin).

Dampfbremse: Siehe unterhalb bei Dampfsperre

Dampfsperre : Eine Schicht, die auf der warmen Seite eines Bauteils (meistens die Innenseite) angebracht wird und die Wasserdampfdiffusion unterbindet. Sie soll eine unzulässig hohe Durchfeuchtung der Dämmschicht durch eindiffundierenden Wasserdampf verhindern. DIN 4108-3 definiert Bauteilschichten mit einem sd-Wert von m ≤ 0,5 als diffusionsoffene Schicht, Bauteilschichten mit einem sd-Wert von m größer 0,5 und kleiner 1500 als diffusionshemmende Schicht (Dampfbremse), Bauteilschichten mit einem sd-Wert von m ≥ 1500 als diffusionsdichte Schicht (Dampfsperre).

Korrekterweise müsste es bei den in der Praxis verwendeten Produkten zumeist Dampfbremse heißen, jedoch hat sich der fachlich falsche Ausdruck Dampfsperre im Sprachgebrauch durchgesetzt. Wirkliche Sperren sind nur Metall (Alu- oder Kupferfolien) und Glas. Eine Dampfsperre (oder -bremse) muss in erster Linie Bauteile und Konstruktionen vor Feuchtigkeit schützen.

Drainage: Einrichtung zur Entwässerung von Bauteilen (Ringdrainage)  oder Grundstücken (Flächendrainage)

EPS-Dämmung EPS steht für „Expandierter Polystyrolschaum“ und zählt zu den synthetischen organischen Dämmstoffen. EPS Dämmung ist in der Regel in Form von EPS Dämmplatten im Handel. Wie XPS Dämmung (siehe dort) gehört die EPS-Dämmung zur Polystyrol-Familie. Grundlage für die Dämmung ist ein aus Erdöl gewonnener Kunststoff. Während des Herstellungsprozesses wird Polystyrol-Granulat mit einem Treibmittel versetzt, vorgeschäumt anschließend ausgeschäumt und verschweißt. Daraus entstehen Blöcke, aus denen Hartschaum Dämmplatten geschnitten werden. Für die Herstellung eines kg EPS sind fünf Liter Erdöl erforderlich. Beim Einsatz zur Fassadendämmung wird die Öko- insbesondere die Langzeit- und damit die Energiebilanzbilanz entgegen den Behauptungen von Industrie und Politik von Fachleuten zunehmend kritisch gesehen, vereinzelt sogar als katastrophal bezeichnet. (Siehe u.a. Spiegel Nr. 49 v. 1.12.2014: „Die Volksverdämmung – Wie Mieter und Hausbesitzer um Milliarden betrogen werden“)

Estrich auf Trennlage: Estrich, der durch eine Folie von der Unterkonstruktion (Decke) und mit dieser somit keine feste Verbindung eingeht

Estrich, schwimmender: Estrich auf Wärmedämmung (z.B. im Erdgeschoss) bzw. auf Trittschalldämmung (im Obergeschoss). Mit der Unter- bzw. seitlichen Konstruktion besteht keine feste Verbindung. Der Estrich hat eine gewisse „Bewegungstoleranz“ (darum schwimmend).

Estrich: 3,5 bis 5 cm starke Betonschicht, mit der Unebenheiten der Unterkonstruktion ausgeglichen werden (z.B. beim Garagen- oder Kellerestrich), bzw. die selbst die Unterkonstruktion für den Bodenbelag (Teppichboden, Fliesen, Parkett o.ä.) darstellt.

Fertigfußboden: Fußboden einschl. eventueller Dämmung, Estrich und Oberbodenbelag

First: Die oberste Dachkante

Fundamenterder: Bandstahl mit mindestens 30 x 3,5 mm bzw. 25 x 4 mm oder Rundstahl mit mindestens 10 mm Durchmesser. Der Stahl wird als geschlossener Ring in die Fundamente der Außenmauern eingelegt. Hieran angeschlossen werden Badewannen, Wasserleitungen, sowie der Potentialausgleich.

Gasbeton: Glattflächige Mauersteine aus aufgeschäumten, Beton mit hohem Porenanteil. Eigenschaften: niedriges Gewicht, gute Wärmedämmung, aber schlechte Schalldämmung. Einsatzgebiete bei konventioneller Bauausführung: Abseitenwände, Einmauerungen (z.B. Badewannen), Vormauerungen (z.B. bei Schiebetüren).

Gewerk: Im Bauwesen umfasst ein Gewerk die Arbeiten, die einem in sich geschlossenen Bauleistungsbereich zuzuordnen sind. Bezeichnung für die jeweilige Handwerkerleistung (z.B. das Gewerk Baumeister, Zimmerer, Spengler usw.)

Grat: Eine Kante mit einem Winkel von mehr als 180 Grad

Hebeanlage: Anlage, die Schmutz- bzw. Abwasser auf Kanalhöhe pumpt (u.U. erforderlich, wenn die Kellersohle unter dem Kanalniveau liegt).

Hohlkehle: Betonierte Abdichtung (im Schnitt betrachtet dreieckförmig), die außen rund um das Gebäude geführt wird. Die Hohlkehle verhindert, dass sich hier Wasser ansammelt und in eine eventuelle Fuge zwischen Kelleraußenwand und Kellersohle eindringt.

Hydraulischer Abgleich: Regulierung der Wärmemenge. Ein Verfahren, mit dem innerhalb einer Heizungsanlage jeder Heizkörper oder Heizkreis einer Flächenheizung bei einer festgelegten Vorlauftemperatur der Heizungsanlage genau mit der Wärmemenge versorgt wird, die erforderlich ist, um die für die einzelnen Räume gewünschte Raumtemperatur zu erreichen.

kapillarbrechend: Feuchtigkeit kann nicht nach oben steigen, die Poren eines Materials sind so groß, dass keine Schwammwirkung entsteht.

Kehlbalken: Waagrechte Balken, oft auch Zangen, die die Oberkonstruktion für die Dachgeschossdecke darstellen. Beim Pfettendachstuhl haben sie keinerlei statische Funktion, könnten also auch weggelassen werden. Das Dachgeschoss ist dann bis zum Dachspitz offen. (Nicht zu empfehlen bei steileren Dachneigungen).

Kehle: Eine Kante mit einem Winkel von weniger als 180 Grad.

Kehlblech: Ein Kehlblech überdeckt die Kehle, die Kante zweier innengeneigter Dachflächen. Es hat die Aufgabe, das abfließende Regenwasser zur Dachrinne abzuleiten.

Kellersohle: Betonboden des Kellers

Kernholz: Holz, bei dem nur der innere, also ältere Teil eines Stamms verwendet wird. Vorteil: Geringe Neigung zu Rissbildung. Nachteil: Hoher Preis.

Kniestock: Das Außenmauerwerk oberhalb der Erdgeschossdecke.

Kniestockhöhe: Höhe des Außenmauerwerks zwischen Decke und Dachstuhl

Konterlattung: Lattung, die quer zu ihrer Unterkonstruktion verläuft, bzw. diese im 90-Grad-Winkel kreuzt.

Lastomentverfahren: Spezielles Klebeverfahren bei Fliesen, das in Bereichen, die Spritzwasser ausgesetzt sind ein Unterwandern mit Feuchtigkeit dauerhaft vermeidet.

Mansardwand: siehe Abseitenwand

Meterriss: Maßlinie, die an den Innenwänden umlaufend einen Meter oberhalb des späteren Fertigfußbodens angebracht wird.

Mörtelbett: 2 bis 3 cm starke Mörtelschicht zum Ausgleich von Unebenheiten der Unterkonstruktion, auf die Keramikbeläge o.ä. verlegt werden.

OKFF: Abkürzung (z. B. in Werkplänen) für Oberkante Fertigfußboden

Ortgang: Giebelseitige Dachkante. Der Ortgang stellt den seitlichen Abschluss der Dachfläche am Giebel dar. Er verbindet das Ende der Dachtraufe mit dem Dachfirst.

Ortgangbrett bzw. Windbord oder Windbrett dient der seitlichen Begrenzung der Dachfläche am Ortgang. Das Brett dient dem Schutz des Daches gegen Wind und Sturm. Es ist ein wartungsintensives Bauteilsteil, weil es häufiger gestrichen bzw. ausgetauscht werden muss, um die Holzkonstruktion zu schützen.

Pfetten: Die Unterkonstruktion bzw. das Auflager für die Sparren (siehe unten). In Längsrichtung verlaufende, besonders starke Balken. Im Normalfall sind zwei Fußpfetten (vom Dach aus gesehen unten auf der Außenkante des Gebäudes), eine Firstpfette (am höchsten Punkt des Daches), und meist zwei Mittelpfetten (abhängig von der Statik ungefähr in der Mitte von Fuß- und Firstpfette) vorhanden.

Potentialausgleichsschiene: Bestandteil des inneren Blitzschutzes eines Gebäudes. Sie besteht aus einer Metallleiste mit Schraubklemmen. Über diese erfolgt der Anschluss von Erdungs- und Schutzleitungen in Innenräumen. Die Potentialausgleichsschiene legt alle über sie verbundenen Leiter eines Gebäudes sowie den Fundamenterder auf ein gemeinsames Erdpotential.

Porenziegel: Aufgeschäumte Ziegelsteine mit hohem Porenanteil. Merkmale: Geringere Rohdichte als Vollziegel, aber wesentlich besserer Wärmedämmwert.

Revisionsschacht: Unterirdischer, betonierter Schacht mit einer Tiefe von 1,5 bis zu 4 Metern (evt. auch mehr). Funktion: Anschluss bzw. Übergabestation für Kanalleitungen, der die Möglichkeit einer späteren Kontrolle oder Reinigung bietet.

Ringanker: Ringförmig geschlossenes Bauteil in oder unter einem Deckenrand. Ringanker können aus Stahlbeton, bewehrtem Mauerwerk, Stahl oder Holz bestehen. Sie dienen zur Übertragung von Zugkräften.

Ringdrainage: Perforiertes Kunststoffrohr, das außen an der Unterkante der Kellersohle rings um das Gebäude geführt wird, um Wasser, das sich hier evt. ansammelt, abzuleiten.

Rohfußboden: Fußboden, ohne jeden Belag (z.B. die Rohbetondecke)

Rohmaß: Längenmaß ohne Putz, bzw. Höhenmaß ohne Estrich, und Bodenbelag bis zur Unterkante Rohdecke (ohne Putz, Holzkonstruktion o. ä.)

Rückstauebene: (kurz RSTE oder RSE) Sie gibt den höchstmöglichen Stand des Abwassers an einer bestimmten Stelle in einem Kanalsystem an.
In der DIN EN 12056-1:2000 (Schwerkraftentwässerungsanlagen innerhalb von Gebäuden) wird sie definiert als „die höchste Ebene, bis zu der das Wasser in einer Entwässerungsanlage ansteigen kann“.

Sauberkeitsschicht: Bauteil. normalerweise aus unbewehrtem Beton niedriger Festigkeitsklasse (z. B.: C 8/10), das dazu dient, nach dem Erdaushub eine ebene, saubere Fläche zu schaffen, auf der die Abstandshalter für die Bewehrung aufgestellt werden (zur Einhaltung der erforderlichen Betondeckung des eingebauten Bewehrungsstahls).

Schalung, Nut und Feder-: Schalung, bei der die einzelnen Bretter aneinander gestoßen sind. Die Verbindung wird dadurch hergestellt, dass die Feder eines Brettes in die Nut eines anderen eingefügt wird.

Schalung, überlukte: Schalung, bei der die einzelnen Bretter nicht aneinanderstoßen, sondern ein Brett jeweils zwei andere überlappt.

Schnurgerüst: Konstruktion aus Holzpfählen und Draht, die vor Baubeginn errichtet wird. Mit ihr wird die horizontale und die vertikale Anordnung des Gebäudes im Grundstück festgelegt.

Sparren: Sie stellen die Hauptkonstruktion des Dachstuhls dar. In Querrichtung im Abstand von ca. 70 cm verlaufende Balken.

Streifenfundamente: Betonfundamente ca. 60 x 40 cm stark, die unterhalb der Kellersohle entlang von Außen- und Tragwänden eingebaut werden.

Tiefe, frostsichere: in unseren Breitengraden 80 cm unter der Oberfläche, eine Tiefe bis zu welcher der Boden selbst in strengen Wintern nicht gefrieren kann.

Traufe: Längsseitige Dachkante (der Bereich, an dem die Dachrinne befestigt wird)

Traufhöhe: Abstand der Traufe zum Gelände

Traufblech: (auch Scharblech, Einlaufblech) Ein gefalzter Blechstreifen an der Traufe des Daches. Es bildet den Übergang von Unterdach, Unterdeckung oder Unterspannung.
Es bildet eine Tropfkante zum Schutz der Vordachschalung und erfüllt die Aufgabe eines Rinneneinlauf- oder Tropfbleches erfüllen.

Trempelwand: Siehe Abseitenwand

Tropfwassernut: Nut an der Unterseite von Bauteilen In Nähe der Außenkante zur gezielten Wasserableituung durch Abtropfen (z.B. bei Fensterbänken, Balkonplatten)

Verbundestrich: Estrich, der direkt auf die jeweilige Unterkonstruktion (z.B. den Betonboden) aufgebracht wird und mit dieser eine Verbindung eingeht.

VOB – Verdingungsordnung für Bauleistungen: Von den Verbänden der Auftraggeber- und Auftragnehmerseite ausgearbeitete Vertragsbestimmungen, welche die Interessen beider Seiten angemessen berücksichtigen. Die VOB besteht aus 3 Teilen: Teil A regelt die Vergabe von Bauleistungen, Teil B enthält allgemeine Vertragsbedingungen für die Ausführung, Teil C technische Bestimmungen. Wegen ihrer Ausgewogenheit ist die VOB von den Bestimmungen des Gesetzes zur Regelung der allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB-Gesetz) ausgenommen. Für alle öffentlichen Auftraggeber ist die VOB verbindlich vorgeschrieben.

Wanne, wasserdichte: Ausführung der Kellers aus wasserundurchlässigem Beton, Kelleraußenwände und Kellersohle rissüberbrückend mit Stahl bewehrt, Einbau von Fugenbändern in die Arbeitsfugen

XPS-Dämmung: Extrudiertes Polystyrol, kurz XPS, gehört zu den Polystyrol-Dämmstoffen. Anders als beim EPS wird beim XPS aus dem Kunststoffgranulat eine Hartschaumplatte gebildet. Häufig wird auch der rechtlich geschützte Name „Styrodur“ zur Bezeichnung von XPS verwendet. Da extrudiertes Polystyrol aus Öl hergestellt wird liegen die Brandschutzeigenschaften im Bereich von B1 und B2 – XPS ist entflammbar.

Ytong: Markenbezeichnung für Porenbeton, umgangssprachlich auch als Gasbeton bezeichnet


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