Expertenwissen: Energiekonzepte

Häuslebauer als Retter des Weltklimas


„Es dürfte uns gut tun, uns manchmal daran zu erinnern, dass wir zwar in dem Wenigen, das wir wissen, sehr verschieden sein mögen, dass wir aber in unserer grenzenlosen Unwissenheit alle gleich sind.“
– Karl Popper –

 „Wer darf das Kind beim rechten Namen nennen? Die wenigen, die was davon erkannt, … hat man von je gekreuzigt und verbrannt.“
– Faust I, Vers 589 ff.-

Die Theorie der menschengemachten, auf den CO2-Ausstoß zurückzuführenden globalen Erwärmung, geht auf eine Initiative der Atomindustrie in den Sechziger Jahren zurück. Obwohl sie in der Öffentlichkeit, insbesondere von Seiten der Politik zur unumstößlichen Wahrheit hochstilisiert wurde, ist sie weit davon entfernt. Die Theorie ist nicht ansatzweise verifiziert und in Fachkreisen umstrittener denn je.

Es gibt bereits Spötter, die die Angst vor dem Klimawandel in eine Reihe stellen mit der vor Atomkrieg, saurem Regen, Waldsterben und Ozonloch. Eine solche Betrachtungsweise greift aber sicherlich zu kurz. Um möglichen Kritikern gleich den Wind aus den Segeln zu nehmen: Es soll hier weder die globale Erwärmung oder der Rückgang der Gletscher infrage gestellt werden, erst recht nicht die Notwendigkeit von Veränderungen im globalen Maßstab. Etwas mehr Sachlichkeit und kühler Kopf würde aber vielleicht mehr helfen, die richtigen Dinge zu tun, als publikumswirksamer Aktionismus und utopische Zielsetzungen. Die bisher erreichten Erfolge werden von den Politikern zwar gefeiert. Sie haben aber einen Haken. Sie stehen lediglich auf dem Papier. Es genügt ein Blick in die amtliche Statistik um festzustellen: In der Realität hat sich an unserem Energie-und Ressourcenverbrauch die letzten 20 Jahre rein gar nichts geändert.

Die Klimaerwärmung hat sich die letzten 15 Jahre nicht nach den Prognosen der einschlägigen Wissenschaftler entwickelt. Was gewissen Anlass zur Besorgnis gibt, sind die Erklärungsversuche.

Eine Theorie besagt, die Meere hätten wohl mehr Wärme aufgenommen, als ursprünglich gedacht. Wobei offenkundig wird, dass die Forscher über den Einfluss der geschätzten 700 Billiarden Liter in den Weltmeeren auf das Klima nur sehr unzureichend Bescheid wissen. Vor allem die Temperaturschichtung von der Oberfläche bis zum Meeresgrund ist weitgehend unerforscht und gibt den Klimaexperten Rätsel auf.

Eine andere Erklärung ist, dass die Stratosphäre seit dem Jahr 2000 deutlich trockener geworden ist, wodurch die Temperatur in Bodennähe langsamer gestiegen sei. Als mögliche weitere Ursache gelten die zunehmenden schwefelhaltigen Abgase der aufstrebenden Industrieländer China und Indien. Die dadurch gebildete Schwefelglocke bremse die Erwärmung. Ein weiterer Erklärungsversuch ist „La Niña“, eine Flut kühlen Wassers im Pazifik, die von auffrischenden Passatwinden von Osten nach Westen getrieben wird und so den halben Globus kühle.

Grundsätzlich ist es eigentlich völlig egal, warum die globale Erwärmung nun schon seit längerer Zeit eine Pause macht. Dass eine Erwärmung stattgefunden hat ist messbar und die Auswirkungen sind spürbar. Dennoch wird immer klarer, dass die Wissenschaft bis dato weder eine Ahnung über die genauen Ursachen hat, noch zum momentanen Zeitpunkt zuverlässige Prognosen über den weiteren Verlauf abgeben kann.

Wenn aber Prognose und Wirklichkeit über einen so kurzen Zeitraum bereits derartig auseinanderklaffen, ohne dass eine schlüssige Erklärung möglich wäre, wie zuverlässig sind dann Prognosen, die bis 2050 oder gar bis 2100 reichen? Aber noch gravierender: Wie zuverlässig sind die bislang angenommenen Ursache-/Wirkungszusammenhänge, die diesen Prognosen zugrunde liegen. Es wird immer klarer, dass deren Komplexität völlig unterschätzt wurde, und die Klimamodelle den vernetzten Systemen der Realität mit ihren vielfältigen Wechselwirkungen nicht annähernd gerecht werden.

Es bleibt als einzig gesicherte Erkenntnis, dass wir aktuell nicht in der Lage sind, verlässliche Aussagen über die genauen Ursachen und den weiteren Verlauf der bisher zu beobachtenden globalen Erwärmung zu treffen.

Der Stillstand der Erderwärmung ist keine Meldung, mit der sich Schlagzeilen machen ließen und auch kein Thema für Talkshows. Die Wissenschaftler rätseln daher weitgehend im Stillen und eher verschämt über die Ursachen der Fehlprognosen.

Politiker sind keine Meister darin, vielschichtige Zusammenhänge zu erfassen. Vor allem schätzen sie griffige Parolen als politische Aussagen. Kompliziertere Gedankengänge, die sich nicht auf Stammtischniveau vereinfachen lassen, schaden da nur.

Die schreckliche Vereinfachung der Politik sieht dann so aus: „Wir müssen den CO2-Ausstoß reduzieren, um die globale Klimaerwärmung zu stoppen.“ Oder noch besser weil noch einfacher: „Wir müssen CO2 vermeiden, um das Klima zu retten“.

Der Slogan findet sich abgewandelt an allen Ecken und Enden. Dem angehenden Bauherrn wird eingehämmert, dass CO2-Einsparung (der Modebegriff Energieeffizienz klingt nach einer besonders verantwortlichen Einstellung) das wichtigste beim Hausbau überhaupt sei.

Dies führt fast zwangsläufig zur nächsten Vereinfachung: Um CO2 einzusparen, müssen wir unsere Häuser dämmen, um mehr CO2 einzusparen, müssen wir unsere Häuser mehr dämmen, um noch mehr CO2 einzusparen müssen wir … noch mehr?

Sehen Sie, was wir klar machen wollen? Die diesem Denken zugrunde liegende Monokausalität wird den tatsächlichen Zusammenhängen in keiner Weise gerecht, noch weniger wird es deren lineare Fortschreibung als einem „mehr desselben“, auch bekannt als „viel hilft viel“.

Deutschland hat nicht nur das Kyoto-Protokoll mit initiiert, unsere Politiker streben auch eine weltweite Vorreiterrolle in Sachen CO2-Einsparung an, die freilich von manchen unserer Nachbarn als Schulmeisterei abgetan wird; ob zu Recht oder zu Unrecht sei dahingestellt.

Lassen Sie uns einmal die Perspektive wechseln: Den 81 Millionen Einwohnern in Deutschland stehen 7,25 Milliarden Weltbevölkerung gegenüber. Wir haben in den letzten 20 Jahren mit unzähligen Milliarden Subventionen wie Investitionen versucht, Energieeinsparungen zu erzielen. Wenn eine Statistik als zuverlässig gelten darf, dann eine amtliche deutsche Statistik. Genau die aber besagt, dass unser privater Energieverbrauch sich die letzten 20 Jahre praktisch nicht verändert hat (mehr dazu weiter unten). Auch diese Tatsache wird natürlich nicht an die große Glocke gehängt, ist ebenfalls kein Thema für Talkshows oder Stammtische. Es ist eine politisch unangenehme Wahrheit, die so gut es geht verdrängt wird.

Wenn also nicht einmal bei uns, mit unseren gegenüber der Weltbevölkerung mickrigen 81 Millionen Einwohnern ein Effekt nachzuweisen ist, bleibt die Frage: Wie kommen wir zu der vermessenen Annahme, wir könnten mit Maßnahmen, wie dem Bekleben unserer Fassaden mit Styropor, auch nur den Hauch von Einfluss auf das Weltklima nehmen? Wir tun so, als könnten wir mit der nächsten Fassung der Energieeinsparverordnung, mit der dann wieder ein paar Zentimeter mehr Dämmung erforderlich werden, Menschheitsprobleme lösen.

Den wenigsten ist wirklich klar, in welchem Dilemma wir, bzw. unsere politischen Verantwortlichen hier stecken. Bevor wir die nächste Fassung der Energieeinsparverordnung vom Stapel gelassen haben, hat sich bereits die Weltbevölkerung um die Einwohnerzahl Deutschlands erhöht. Unsere Anstrengungen zur CO2-Einsparung sind so betrachtet allenfalls ein Tropfen im Ozean. Das eigentliche Problem ist, dass die Menschheit nach wie vor wächst und nach immer höherem Lebensstandard strebt, der zwangsläufig mit höherem Energieverbrauch und damit CO2-Ausstoß verbunden ist. Für etwa 870 Millionen stellt sich die Frage so gar nicht, denn sie leiden an Hunger. 8,8 Millionen davon, hauptsächlich Kinder, sterben jedes Jahr daran.

Es liegt uns fern, hier zu moralisieren. Wir sollten uns jedoch vor Augen halten, dass wir bei einem Hausbau keine Chance haben, Einfluss auf das Weltklima, die Rettung der Umwelt oder gar des Planeten zu nehmen. Es möge sich auch niemand als großer Umweltschützer fühlen, der mithilfe staatlicher Subventionen und damit aller Steuerzahler, sein Haus mit Styropor beplankt und damit sich selbst oder der Nachwelt eine Altlast an Sondermüll hinterlässt. Zu diesem Thema sollte sich jeder selbst seine Gedanken machen. Mit dem Geld, das wir für zweifelhafte Subventionen und Energiespar-Maßnahmen verpulvern, ließe sich anderweitig sehr viel mehr erreichen. Unseren Häusern würde das jedenfalls gut tun.

 


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