Expertenwissen: Energiekonzepte

Gauck-Rede zur Woche der Umwelt


„Ist ein falscher Gedanke nur einmal kühn und klar ausgedrückt, so ist damit schon viel gewonnen.“
– Ludwig Wittgenstein –

„Die Idee sitzt gleichsam als Brille auf unsrer Nase, und was wir ansehen, sehen wir durch sie. Wir kommen gar nicht auf den Gedanken, sie abzunehmen.“
– Ludwig Wittgenstein –

 „Nur sich nicht in Teilprobleme verstricken, sondern immer dort hinaus flüchten, wo man freien Überblick über das ganze eine große Problem hat, wenn auch dieser Überblick noch unklar ist!“
– Ludwig Wittgenstein –

Wer sich kritisch mit Hypothesen zum Klimawandelwandel auseinandersetzt oder nicht bereit ist, sich monokausale, populistische Vereinfachungen komplexer Zusammenhänge zu eigen zu machen, riskiert, in die Ecke von Holocaustleugnern gestellt zu werden.

In Vorbereitung weiterer Beiträge zitieren wir in Auszügen die Rede des Bundespräsidenten Joachim Gauck, die er bei der Eröffnung der Woche der Umwelt 2012 gehalten hat:

Gauck120605-Woche-der-Umwelt

 Schloss Bellevue, 5. Juni 2012 Bundespräsident Joachim Gauck eröffnet die Woche der Umwelt 2012 © Steffen Kugler

„Sie müssen gelegentlich auch den Leuten widersprechen, die so tun als dürfe man sich in einer Demokratie nicht streiten. Am wenigsten Streit ist auf dem Friedhof. Denn das ist unsere Stärke, die Stärke von Demokratie und Marktwirtschaft: der Wettstreit um den besten Weg, die Suche nach Alternativen.

Wie nötig das ist, sehen wir in diesen Tagen an den Diskussionen um die Energiewende. Ein ehrgeiziges Projekt, das sich Deutschland als führende Industrienation hier vorgenommen hat. … Es wird uns nicht gelingen allein mit planwirtschaftlichen Verordnungen. Wohl auch nicht mit einem Übermaß an Subventionen. Es kann uns aber gelingen mit überzeugenden Innovationen und im fairen Wettbewerb.

Ich bin überzeugt: Es gibt keinen besseren Nährboden für unsere Ideen und Problemlösungen als unsere offene Gesellschaft mit offenen Märkten und freiem und fairem Wettbewerb. Dringlich ist es, einen verlässlichen politischen Rahmen zu setzen und zwar so, dass Schädliches vermieden und Gewünschtes erreicht wird. Marktwirtschaftliche, wachstumsfreundliche Umweltpolitik heißt für mich, dass Kosten für Umweltbelastungen und Umweltrisiken den Verursachern in Rechung gestellt werden und nicht den Steuerzahlern. Und dass umweltfreundliche Produktion sich für Unternehmen im Wettbewerb auszahlt.

Wir können nicht einfach sagen, na gut, dann lassen wir halt anschreiben und belasten dann mit den Kosten die Generation unserer Enkelkinder. Das geht nicht. Eine solche Haltung wäre schlicht verantwortungslos.

Wie aber können wir in Zukunft gut leben und wirtschaften, ohne dafür große Mengen an fossilen Bodenschätzen zu verbrauchen? Wie vermeiden wir es, Böden, Atmosphäre und Meere zu vergiften, wie halten wir unsere Ökosysteme intakt? Wie kann es uns gelingen, für heute sieben, später acht oder gar neun Milliarden Menschen auf dieser Erde die Bedingungen für ein menschenwürdiges Leben zu schaffen?

… Ich bin zuversichtlich, dass sich die Erkenntnis durchsetzt: Nachhaltigkeit bedeutet nicht Beschränkung oder Verzicht, sondern Verantwortung und Vernunft. Die Menschheit, das menschliche Leben, jedes Leben kann sich auf dieser Erde nur im Einklang mit der Natur entfalten, nicht gegen sie. Sonst zerstört es sich selbst. Langfristig ist deshalb auch ökonomisch nur sinnvoll, was ökologisch vernünftig ist.

… All diese Innovationen und Investitionen werden neue Arbeitsplätze schaffen, sie werden unsere Umwelt und unsere Gesellschaft zukunftsfähiger und auch unabhängiger von fossilen Rohstoffen machen. Denn nichts ist günstiger als der Rohstoff, den man einspart – nichts billiger als die Energie, die man nicht braucht.“


Jetzt registrieren und sofort profitieren!

Ihre Vorteile als registrierter Bau-Forum24-Nutzer auf einen Blick:

  • Vertiefendes und branchenübergreifendes Expertenwissen
  • Regelmäßiger Newsletter mit aktuellen Trends der Branche
  • Lizenzfreie Nutzung der Hausideen
Registrieren