Expertenwissen: Hohe Schule der Baufinanzierung

Nominalzins und Effektivzins


Nominalzins und Effektivzins

Unter einem Nominalzins, auch als Sollzins bezeichnet, versteht man den prozentualen Anteil, der jährlich für ein Darlehen fällig wird. Die Rückzahlung erfolgt gewöhnlich zusammen mit einem Tilgungsanteil in üblicherweise monatlichen Raten, seltener in vierteljährlichen oder halbjährlichen Raten.

Beim Effektivzins werden bestimmte „Nebenkosten“ eines Kredits mit berücksichtigt

Für jeden Kredit fallen „Nebenkosten“ an. Das können sein:

  • Bearbeitungsgebühren
  • Kontoführungsgebühren
  • Disagio (Auszahlungskurs, bei privaten Darlehen in der Regel 100 %)

Der Effektivzins ist eine Art „Preisschild“ des jeweiligen Kredits. Er gibt die Gesamtkosten des Darlehens pro Jahr in Prozent an. Wie er zu ermitteln ist bestimmt § 6 der Preisangabenverordnung. Durch eine Art genormte Berechnungsverfahren sind die Angaben für den „anfänglichen effektiven Jahreszins“ weitgehend vergleichbar. Die Kreditinstitute sind verpflichtet, den Effektivzins zusätzlich zum Nominalzins anzugeben.

Sie sollten allerdings auch auf die Kostenbestandteile achten., die nicht in die Effektivzinsberechnung eingehen das sind:

  • Schätzgebühren
  • Bereitstellungszinsen
  • Kontokosten

bei einem Vergleich von Angeboten ist darauf zu achten, dass die Laufzeit der Darlehen gleich hoch ist.

Außerdem ist folgendes zu beachten:

Im Juni 2010 hat die Bundesregierung die Verbraucherkredit-Richtlinie der EU in nationales Gesetz umgesetzt und damit für mehr Verwirrung als Transparenz gesorgt. Nach der neuen Preisangabenverordnung muss auch der aktuelle variable Zinssatz für die voraussichtliche Restlaufzeit mit einbezogen werden, was zu dem paradoxen Ergebnis führen kann, dass der effektive Zins niedriger ausgewiesen werden kann, als der Sollzins.

Festzins und variabler Zins

Die gesetzliche Definition findet sich in in § 489 Abs. 5 BGB. Diese Bestimmung unterscheidet zwischen „gebundenen“, also Festzinsen, und „veränderlichen“, also variablen jährlichen Zinssätzen, die einer Kreditinanspruchnahme zugrunde gelegt werden. Eine für die gesamte Laufzeit des Darlehensvertrags feststehende Prozentzahl ist demnach ein Festzins. Ein „veränderlicher“ Zinssatz liegt dann vor, wenn keine Sollzinsbindung für die gesamte Vertragslaufzeit vereinbart wurde, sondern eine Zinsbindung nur für kürzere Zeiträume vorgesehen ist.

Beim sogenannten variablen Zinssatz erfolgt eine Bezugnahme auf den Euribor.

Euribor steht für Euro Interbank Offered Rate. Das ist der durchschnittliche Zinssatz, zu dem europäische Banken einander Geld leihen. Eine Anpassung des variablen Zinssatzes erfolgt üblicherweise vierteljährlich.

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