Expertenwissen: Geld sparen mit Eigenleistungen

Umfang und Koordination

weniger ist oft mehr +++ mit zu optimistischen Vorstellungen wird oft das Gegenteil erreicht +++ am Ende sind Eigenleistungen ein Wettlauf mit der Zeit +++ Ideal: Leistungen die sich auch nach Bezug fertigstellen lassen +++ Worst- Case-Szenario einplanen +++ realistische Planung bringt die besten Resultate +++


Umfang

Eigenleistungen sollten möglichst so festgelegt werden, dass sie ein ganzes Gewerk, zumindest aber in sich geschlossene Teilleistungen umfassen. Falls sich Eigen- und Fremdleistung nicht exakt abgrenzen lassen, entfällt möglicherweise die Gewährleistung für das betreffende Gewerk. Ein anderer Aspekt ist, dass die Ersparnis möglicherweise geringer ausfällt als erwartet. Wenn dem ausführenden Handwerker nur die „undankbaren Aufgaben“ übrig bleiben oder nur Restarbeiten von geringem Umfang, werden diese Leistungen überproportional teuer, die Ersparnis für die von Ihnen ausgeführten Leistungen wird daher entsprechend geringer. Beispiele sind etwa: Wenn der Maler nur noch die Dachuntersichten streichen, der Fliesenleger nur den Windfang fliesen, der Sanitärinstallateur die von Ihnen im Baumarkt gekauften Sanitärgegenstände montieren soll, usw.

Achten Sie darauf, dass Sie Eigenleistungen möglichst sinnvoll festlegen, d.h., dass Sie die folgenden Punkte berücksichtigen:

  • Ihre handwerklichen Fähigkeiten und die Ihrer Helfer
  • Ihre persönlichen Möglichkeiten und Beziehungen
  • der Ihnen zur Verfügung stehende zeitliche Rahmen

Wenn Sie selbst wenig handwerkliche Begabung und auch keinerlei praktische Erfahrung haben, sollten Sie sich z.B. nicht gerade im Fliesenlegen versuchen. Das geht dann möglicherweise schief. Weniger problematisch, auch für den Ungeübten, sind z.B. die Malerarbeiten. Auch die Innenschalung und Dämmung im Dachgeschoss ist mit handwerklichem Geschick und dem nötigen Wissen durchaus zu bewältigen.

Grundsätzlich lohnen Leistungen am meisten, bei denen der Lohn- im Vergleich zum Materialanteil möglichst hoch ist, und bei denen keine oder wenig spezifische Fachkenntnisse erforderlich sind..

Koordination

Die Fertigstellung des Bauvorhabens wird speziell gegen Ende der Bauzeit zu einem Wettlauf mit Finanzierungskosten und Miete. Umso wichtiger ist es, dass sich die Eigenleistungen lückenlos in den Gesamtablauf einfügen und andere Gewerke nicht behindern. Auf keinen Fall darf der Fertigstellungstermin durch Eigenleistungen verzögert werden.

Ein kleines Rechenbeispiel: Ein Monat Verzögerung kostet schnell einmal 2.000 € bis 3.000 €. Um das wett zu machen, brauchen Sie rund 250 Arbeitsstunden. Wenn Sie also mit Ihren Eigenleistungen den Bau aufhalten, manövrieren Sie sich schnell in eine Situation, in der die eigene Leistung zum Verlustgeschäft wird.

Wenig oder keine Koordinationsprobleme bringen Eigenleistungen mit sich, auf denen keine Folgegewerke aufbauen (z.B. Maler-, Fliesen- und Bodenbelagsarbeiten), und die erst gegen Schluss der Bauzeit erfolgen. Bei allen anderen Leistungen ist eine möglichst frühzeitige Absprache mit Ihrem Architekten bzw. der Bauleitung erforderlich – vorrangig in terminlicher, unter Umständen aber auch in technischer Hinsicht.

Beginnen Sie mit Ihren Eigenleistungen so bald als möglich! Organisieren Sie rechtzeitig die notwendigen Helfer! Überschätzen Sie sich nicht und vor allem unterschätzen Sie die Arbeit nicht, auf die Sie sich eingelassen haben! Das mag banal und eigentlich selbstverständlich klingen. Dennoch: bei rund 90 % der Hausbauprojekte mit Eigenleistungen werden immer wieder die gleichen Fehler gemacht. Und nicht wenige Ehen wurden dabei schon auf eine harte Probe gestellt.

Gut überlegen sollten Sie sich Eigenleistungen, die zeitkritisch sind. Es macht keinen Spaß Fliesen selber zu legen, wenn der Sanitärinstallateur bereits ungeduldig wartet und die Baustelle zu verlassen droht. Ein Keller- oder Dachausbau lässt sich vielleicht auch später noch bewerkstelligen und ein Einzug ist auch ohne perfekte Außenanlagen möglich.

Auf der sicheren Seite sind Sie, wenn Sie für Eigenleistungen den Worst Case planen. In 90 % der Fälle wird er ohnehin eintreten.


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